Verdi Baden-Württemberg – Neues Gesicht, alte Leier

Was darf man erwarten, wenn Verdi einen Generationenwechsel ankündigt?

Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Nichts! Auf jeden Fall nichts Gutes!

Viele Mitglieder setzten Hoffnungen in Verdi`s neue Landeschefin von Baden-Württemberg, Maike Schollenberger, und erwarteten frischen Wind. Die 35-Jährige gilt als Kind der Basis – umso mehr lag die Erwartung nahe, dass ihr die drängenden Probleme vor Ort vertraut sind und sie deren dringende Lösung entschlossen angeht. Als ehemalige Briefzustellerin der Deutschen Post hätte so mancher ihr zugetraut, dass sie es versteht, die wirklich relevanten Themen von den unwichtigen Themen zu trennen. Erwartet hatten viele auch, dass die Umsetzung gewerkschaftlicher Themen wieder in den Vordergrund rückt und an diesen Themen mit Nachdruck gearbeitet wird.

Umso gefrusteter wird ein großer Teil des ca. 200 000 Mitglieder starken Landesverbandes nun sein, wenn die erklärte Zielsetzung der neuen Landeschefin bekannt wird. Deren Wunsch ist es nämlich, dass Verdi mehr zu einer Mitmach-Gewerkschaft wird und sich als fester Bestandteil der sogenannten sozialen Bewegung etabliert. Für wichtig erachtet sie u.a. einen Schulterschluss mit der Klimabewegung. Ein weiteres zentrales Thema, welches offensichtlich absolute Priorität haben wird, ist die Teilnahme der Gewerkschaft Verdi an den Christopher Street Days im ganzen Bundesgebiet. Als wahrscheinlich wichtigste Aufgabe sieht die neue Landeschefin die Bildung von Bündnissen und Allianzen gegen ‚Rechts‘. Wer hätte das gedacht? Immerhin hat sie bereits mitbekommen, dass es in unserem Land ein Problem mit der ständig wachsenden Altersarmut gibt. Denn die will die gute Maike dann auch noch bekämpfen. Frau Schollenberger ist wieder mal ein Paradebeispiel dafür, wie schnell man vergisst woher man kommt und welche wichtigen Probleme in der realen Welt existieren!

Somit wird wieder einmal eine Führungsposition in einer DGB-Gewerkschaft durch eine Funktionärin besetzt, die keinerlei Gespür für die realen Probleme der Arbeitnehmer im eigenen Land hat. Ideologisch verblendet und vollkommen an der Lebensrealität der eigenen Mitglieder vorbei, werden erneut Themen in den Mittelpunkt gerückt, von denen ein großer Teil der Mitglieder einfach nur noch genervt ist und die an der Basis für absolutes Unverständnis sorgen.

Allen Verdi Mitgliedern, die gehofft haben, dass dieser Generationenwechsel wie ein Jungbrunnen auf die in die Jahre gekommene Gewerkschaft wirkt und endlich die Strukturen modernisiert werden und der Fokus auf wichtige gesellschaftliche Themen gelegt wird, müsste endlich klar werden, dass dies nie und nimmer passieren wird. Wer ernsthaft etwas verändern will, wird dies nicht schaffen, indem er sich innerhalb dieser Strukturen nach oben arbeitet und dann einen neuen Kurs einschlägt. Die Gewerkschaftsfunktionäre sind allesamt ideologisch verblendet und dulden keine anderen Meinungen neben sich.

Wer echte Veränderung will, muss endlich diese Mitgliedschaft beenden! Es hilft nur den Geldhahn zuzudrehen! Schließt dieses Kapitel ab, schaut nach vorne, seid mutig und helft mit, alternative Strukturen aufzubauen. Nur dieser Weg wird am Ende die gewünschte Veränderung mit sich bringen. Nur so können wir dieses korrupte System überwinden und wieder das tun, was eine Gewerkschaft zu tun hat. Nämlich die Interessen der abhängig Beschäftigten vertreten, für den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen und für verbesserte Arbeitsbedingungen in unserem Land sorgen!

T. Gerstner/ ZAG

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