Wolfsburg: Am Abend des 29. September und am Morgen des 30. September war das Zentrum – Die alternative Gewerkschaft mit einer Flyer-Verteilaktion präsent. Bei Hier ergaben sich ergaben sich zahlreiche interessante Gespräche mit Beschäftigten über die aktuelle Situation bei Volkswagen und die Frage, wie Arbeitnehmerinteressen künftig stärker Gehör finden können.
Die Aktion stand auch im Zeichen der aktuellen Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen in Hannover. Das Gericht hat Zentrum in dem Verfahren gegen eine Volkswagen-Tochtergesellschaft teilweise Werbe-, Informations- und Zugangsrechte zugesprochen. Damit ist es dem Zentrum möglich, unter den vom Gericht festgelegten Bedingungen gewerkschaftlich zu informieren und für seine Positionen zu werben1.
Für Zentrum ist diese Entscheidung ein wichtiger erster Schritt. Aktuell können Beschäftigte nun über die Möglichkeit informiert werden, wie sie sich aktiv einzubringen und bei der kommenden Aufsichtsratswahl unterstützen können.
Eine zusätzliche Stimme im Aufsichtsrat
Zentrum wird mit eigenen Kandidaten zur Aufsichtsratswahl antreten. Ziel ist es, eine zusätzliche, korrigierende Stimme in das Kontrollgremium einzubringen und Entscheidungen stärker aus Sicht der Beschäftigten zu hinterfragen.
Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG besteht aus 20 Mitgliedern und ist paritätisch mit Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern besetzt. Die Arbeitnehmervertreter werden von den Beschäftigten gewählt; darunter befinden sich auch gewählte Gewerkschaftsvertreter.2
Aus Sicht des Zentrums zeigt die aktuelle Entwicklung bei Volkswagen, dass eine Diskussion über die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten notwendig ist. Gerade angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in der Automobilindustrie stelle sich die Frage, welche strategischen Entscheidungen heute getroffen werden müssen, um Beschäftigung und industrielle Wertschöpfung langfristig zu sichern.
Kritik an der bisherigen Arbeitnehmervertretung
Zentrum richtet dabei auch deutliche Kritik an der Rolle der IG Metall im Aufsichtsrat. Aus Sicht des Zentrums stellt sich die Frage, warum trotz der starken Vertretung der IG Metall auf Arbeitnehmerseite nicht früher stärker auf eine langfristige Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten hingewirkt worden sei. Fehlentwicklungen wurden jahrelang mitgetragen.
Dabei geht es Zentrum nach eigenen Angaben insbesondere um eine aus seiner Sicht notwendige Technologieoffenheit, bezahlbare Energie und die Stärkung des Industriestandorts. Die Gewerkschaftspolitik der IG Metall bewertet Zentrum in diesem Zusammenhang politischen Ideologien folgend und vertritt die Auffassung, dass die konkreten Interessen der Beschäftigten im Mittelpunkt stehen müssten.
Volkswagen selbst hat Anfang September 2026 seinen „Zukunftsplan 2030“ vorgestellt, dem der Aufsichtsrat nach Angaben des Unternehmens einstimmig zugestimmt hat. Gleichzeitig kündigte Volkswagen am 30. September die Kündigung verschiedener Tarifverträge zum Jahresende an.3 4
Fragen zum IG-Metall-Mitgliederbonus
Ein weiterer Punkt, den Zentrum zur Diskussion stellt, ist der vereinbarte Mitgliederbonus ab 20230 von 1.271 € jährlich (tarifdynamisch) an anspruchsberechtigte für IG-Metall-Mitglieder.
Zentrum stellt hierzu die Frage, welche Wirkung solche an die Gewerkschaftsmitgliedschaft geknüpften Leistungen auf die Interessenvertretung der Beschäftigten haben. Wem dient dieser vom Arbeitgeber finanzierte Bonus, der an die IG Metall-Mitgliedschaft gekoppelt ist? Aus Sicht des Zentrums müsse insbesondere darüber diskutiert werden, ob in einer Phase, in der Beschäftigte mit Veränderungen und Unsicherheiten konfrontiert seien, die Konzentration auf konkrete Verbesserungen der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Vordergrund stehen sollte.
„Jede Stimme zählt“
Mit der Flyeraktion will Zentrum deshalb nicht nur über die aktuelle Entwicklung informieren, sondern vor allem den direkten Austausch mit den Beschäftigten suchen. Die Gespräche vor den Werkstoren waren von viel Unmut zur Lage von VW geprägt, es war aber auch eine gewisse Resignation spürbar. Gerade deshalb wollte Zentrum auch Mut machen und die Alternativen aufmerksam machen.
Für Zentrum steht fest: Mit der geplanten Kandidatur zur Aufsichtsratswahl soll eine weitere Perspektive in die Arbeitnehmervertretung eingebracht werden. Beschäftigte, die sich über die Positionen und die Möglichkeit einer aktiven Unterstützung informieren möchten, können sich direkt an Zentrum wenden.
Weitere Informationen:
kontakt@zentrum-gewerkschaft.de
Quellen:







