Ende Juli 2026 haben Porsche und die IG Metall einen Deal geschlossen, der stinkt. Weitere 5000 Stellen in Zuffenhausen und Weissach werden bis 2035 abgebaut. Sozialverträglich natürlich – über Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Abfindungen. Klingt human. Ist es nicht. Zusammen mit den früheren Einschnitten verschwinden rund 8900 Arbeitsplätze. Fast ein Fünftel der Belegschaft.
Im Gegenzug gibt es Standortsicherung bis 2035 und 2,1 Milliarden Euro Investitionen. Die verbleibenden Beschäftigten zahlen mit: gekürztes Weihnachtsgeld, einbehaltene Tariferhöhungen, weniger Homeoffice, härtere Taktzeiten. Das Management verzichtet symbolisch mit.
Und die IG Metall? Die kassiert.
Alle bekommen 1500 Euro Transformationsprämie. IG-Metall-Mitglieder zusätzlich 411 Euro. Dazu ein dauerhafter „IG-Metall-Bonus“: ein freier Tag und 200 Euro Gutschein pro Jahr. Plus neue Posten in einem eigens geschaffenen „Zukunftsbeirat“, der die Mitbestimmung ausweitet und der der IGM zusätzliche Einflussmöglichkeiten auf die strategische Entwicklung des Unternehmens gibt.
Genau hier liegt der ideelle Kern des Problems. Eine Gewerkschaft, deren historischer Auftrag der Schutz von Arbeitsplätzen und die Gegenmacht zum Kapital ist, akzeptiert massiven Stellenabbau und organisiert ihn mit. Im Gegenzug stärkt sie ihre eigene Organisationsmacht: finanzielle Anreize für den Mitgliedsbeitritt und neue institutionelle Posten. Der Arbeitgeber erhält Planungssicherheit und den Abbau, den er braucht. Die Gewerkschaft erhält Mitgliederbindung und erweiterte Mitbestimmungsgremien. Die Beschäftigten, die gehen müssen, und jene, die bleiben und Zugeständnisse machen, zahlen den Preis.
Es ist die logische Fortsetzung einer Entwicklung, in der große Gewerkschaften und Konzerne immer enger verflochten agieren. Die IG Metall feiert das Paket als „hart erkämpft“ und „Bekenntnis zum Industriestandort“. Der Betriebsrat spricht von Signalwirkung. Doch der ideelle Verrat liegt darin, dass der Abbau nicht mehr als notwendiges Übel bekämpft, sondern als Verhandlungsmasse genutzt wird, um die eigene Organisation zu consolidiieren. Mitgliederboni und zusätzliche Gremienposten wirken wie eine stille Provision für die Zustimmung zum Personalabbau.
In einer Zeit, in der die Automobilindustrie unter Druck steht, mag der Kompromiss aus betriebswirtschaftlicher Sicht rational erscheinen. Ideell ist er abstoßend: Die Gewerkschaft, die eigentlich die Interessen der Beschäftigten gegen den Arbeitgeber vertreten soll, wird zum Co-Manager des Stellenabbaus – und lässt sich dafür belohnen. Genau diese Verquickung von Arbeitgeberinteresse und gewerkschaftlicher Organisationslogik untergräbt die Glaubwürdigkeit der Interessenvertretung der IGM.
Wir vom Zentrum, haben dafür kein Verständnis. Mit uns keine Korruption und keine linken Spielchen.
Für den Erhalt von Arbeitsplätzen und des Wirtschaftsstandortes Deutschland!






